Eine Wärmepumpe heizt mit Umweltwärme und Strom statt mit Öl oder Gas. Aber wie funktioniert das eigentlich, für welche Häuser eignet sie sich, was kostet sie und wie viel Förderung gibt es? Wir erklären die Wärmepumpe verständlich – ohne Technik-Kauderwelsch.
Was ist eine Wärmepumpe und wie funktioniert sie?
Eine Wärmepumpe entzieht der Umgebung Wärme – der Luft, dem Erdreich oder dem Grundwasser – und hebt diese mit einem Kältekreislauf auf eine Temperatur, mit der sich heizen lässt. Den Antrieb liefert Strom.
Das Entscheidende: Aus einer Kilowattstunde Strom macht eine gute Wärmepumpe etwa drei bis vier Kilowattstunden Wärme. Dieses Verhältnis über das Jahr nennt man Jahresarbeitszahl (JAZ). Je höher die JAZ, desto günstiger heizen Sie.
Mit einem günstigen (oder dynamischen) Wärmepumpen-Stromtarif senken Sie die Heizkosten spürbar. Wir vergleichen kostenlos für Ihren Wohnort.
Welche Arten gibt es?
- Luft-Wasser-Wärmepumpe: die häufigste und günstigste Variante. Sie nutzt die Außenluft und lässt sich fast überall aufstellen.
- Sole-Wasser-Wärmepumpe (Erdwärme): nutzt die konstante Temperatur im Erdreich, arbeitet effizienter, erfordert aber Bohrungen oder Kollektoren und ist teurer.
- Wasser-Wasser-Wärmepumpe: nutzt Grundwasser, sehr effizient, aber nur bei passenden Bedingungen und mit Genehmigung möglich.
Für welche Häuser eignet sich eine Wärmepumpe?
Am besten funktioniert eine Wärmepumpe, wenn sie mit niedriger Vorlauftemperatur heizen kann – also bei Fußbodenheizung oder großen Heizkörpern. Das ist in Neubauten und gut sanierten Häusern der Fall.
Aber auch in vielen Bestandsgebäuden funktioniert sie, wenn Dämmung und Heizflächen passen. Ein Fachbetrieb prüft die nötige Heizlast und ob einzelne Heizkörper getauscht werden sollten. Pauschal „geht nicht im Altbau" stimmt nicht – es kommt auf das konkrete Haus an.
Was kostet eine Wärmepumpe – und was zahlt der Staat?
Zur Orientierung (Stand 2026): Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe inklusive Montage kostet im Bestandshaus meist zwischen 20.000 und 40.000 €. Erdwärme ist teurer.
Der Staat fördert den Heizungstausch über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG): eine Grundförderung plus Boni (zum Beispiel für den schnellen Austausch alter Heizungen oder für Haushalte mit geringerem Einkommen). In Summe sind hohe Zuschüsse möglich. Welche Fördersätze und Bedingungen aktuell gelten, erfahren Sie bei der zuständigen Förderstelle (BAFA und KfW). Mehr dazu in unserem Ratgeber Wärmepumpen-Förderung und Was kostet eine Wärmepumpe?.
Worauf sollten Sie achten?
- JAZ und Vorlauftemperatur: Je niedriger die nötige Vorlauftemperatur, desto effizienter und günstiger läuft die Wärmepumpe.
- Fachgerechte Planung: Heizlastberechnung, hydraulischer Abgleich und richtige Dimensionierung entscheiden über die Effizienz.
- Stromtarif: Für Wärmepumpen gibt es eigene, günstigere Stromtarife. Mehr dazu im Ratgeber Wärmepumpen-Stromtarif.
- Schall und Standort: Bei Luft-Wärmepumpen auf Aufstellort und Abstand zum Nachbarn achten.
- Förderung vor dem Auftrag beantragen – nachträglich geht es meist nicht.
Häufige Fragen
Lohnt sich eine Wärmepumpe im Altbau?
Oft ja – entscheidend sind Dämmzustand und Heizflächen, nicht das Baujahr. Ein Fachbetrieb prüft, ob die Vorlauftemperatur niedrig genug ausfällt. Teilweise reicht schon der Austausch einzelner Heizkörper.
Was bedeutet die Jahresarbeitszahl (JAZ)?
Die JAZ gibt an, wie viel Wärme die Wärmepumpe pro eingesetzter Kilowattstunde Strom über das Jahr liefert. Eine JAZ von 3,5 heißt: aus 1 kWh Strom werden 3,5 kWh Wärme.
Kann ich die Wärmepumpe mit einer Solaranlage kombinieren?
Ja. Strom vom eigenen Dach senkt die Betriebskosten zusätzlich. Was Sie selbst erzeugen, müssen Sie nicht teuer einkaufen – den Reststrom liefert ein günstiger Tarif.
Unser Fazit
Eine Wärmepumpe macht aus Umweltwärme und etwas Strom günstige Heizwärme – am effizientesten bei niedriger Vorlauftemperatur. Mit Förderung und einem passenden Wärmepumpen-Stromtarif rechnet sie sich für viele Haushalte. Steht die Anlage, entscheidet der Stromtarif über die laufenden Kosten: Stromtarife vergleichen.
Allgemeine Information, keine medizinische, rechtliche oder steuerliche Einzelberatung. Maßgeblich sind Ihr Heil- und Kostenplan, Ihre Krankenkasse und die Bedingungen Ihres Versicherungstarifs.