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Mieterstrom: Ihre Rechte als Mieter – und warum Sie trotzdem wechseln dürfen

Von der Redaktion VergleichDirektAktualisiert am 26. Oktober 2026 2 Min. Lesezeit

Beim Mieterstrom erzeugt eine Solaranlage auf dem Dach Strom, der direkt an die Mieter im Haus verkauft wird. Das klingt gut und ist oft günstig – aber viele Mieter glauben fälschlich, sie müssten diesen Strom abnehmen. Das stimmt nicht. Hier erfahren Sie, welche Rechte Sie haben.

Was Mieterstrom ist

Beim Mieterstrom-Modell betreibt der Vermieter oder ein Dienstleister eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach. Der Sonnenstrom wird nicht ins öffentliche Netz eingespeist, sondern im Haus an die Mieter geliefert. Reicht der Solarstrom nicht aus, kommt zusätzlicher Strom aus dem öffentlichen Netz dazu. Sie bekommen also eine Mischung – abgerechnet über einen Mieterstromvertrag.

An Nahwärme gebunden und Preis steigt?

Klassische Tarifrechner helfen bei Fern- und Nahwärme nicht weiter. Wir prüfen Ihre Abrechnung und Preiserhöhung kostenlos und zeigen Ihnen, was Sie tun können.

Ihr wichtigstes Recht: freie Anbieterwahl

Entscheidend ist: Der Mieterstromvertrag darf nicht an den Mietvertrag gekoppelt werden. Sie sind also nicht verpflichtet, den Mieterstrom zu beziehen, nur weil Sie in dem Haus wohnen. Sie dürfen Ihren Stromanbieter weiterhin frei wählen und einen ganz normalen Tarif am Markt abschließen. Dieses Kopplungsverbot schützt Sie davor, in einen Vertrag gedrängt zu werden.

Lehnen Sie den Mieterstrom ab oder kündigen Sie ihn, muss Ihr Zugang zum öffentlichen Netz sichergestellt bleiben. Niemand darf Ihnen deshalb den Strom abstellen.

Preisbremse und kurze Laufzeit

Damit Mieterstrom attraktiv bleibt, gelten gesetzliche Grenzen:

  • Preisdeckel: Der Mieterstrompreis darf höchstens 90 Prozent des örtlichen Grundversorgungstarifs betragen. Mieterstrom muss also spürbar günstiger sein als der Standardtarif vor Ort.
  • Kurze Laufzeit: Ein Mieterstromvertrag darf nur eine kurze Erstlaufzeit haben und ist regelmäßig kündbar. Sie sind nicht über Jahre gebunden wie bei der Fernwärme.

Lohnt sich Mieterstrom?

Oft ja – wenn der Preis stimmt und die Abrechnung transparent ist. Günstiger Solarstrom, keine langen Wege, ein Beitrag zur Energiewende. Prüfen Sie aber:

  • Liegt der Preis wirklich unter einem guten Tarif am Markt? Vergleichen Sie mit aktuellen Stromtarifen.
  • Ist klar geregelt, wie viel Solarstrom und wie viel Netzstrom Sie beziehen?
  • Stimmen Abschlag und Jahresabrechnung mit Ihrem Verbrauch überein?

Haben Sie den Verdacht, dass Ihr Mieterstrom zu teuer ist oder die Abrechnung nicht stimmt, lassen Sie sie kostenlos prüfen oder teilen Sie Ihre Erfahrung im Beschwerde-Forum Energie. Wie Sie gegen eine unberechtigte Preiserhöhung vorgehen, zeigt unser Ratgeber zur Preiserhöhung bei Wärme und Mieterstrom.

Allgemeine Information, keine Rechts- oder Energieberatung im Einzelfall. Maßgeblich sind Ihr Vertrag, die Bedingungen Ihres Versorgers und die aktuelle Rechtslage.