Der Atomausstieg bezeichnet die Entscheidung Deutschlands, keinen Strom mehr in Kernkraftwerken zu erzeugen. Am 15. April 2023 gingen die letzten drei Anlagen vom Netz.
Wie kam es zum Atomausstieg?
- 2002: Eine Änderung des Atomgesetzes legt den schrittweisen Ausstieg aus der Atomenergie fest. Für jedes Kraftwerk wird eine Reststrommenge bestimmt.
- 2010: Die Laufzeiten werden zunächst verlängert.
- 2011: Nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima in Japan wird der Ausstieg beschleunigt. Mehrere ältere Kraftwerke werden sofort stillgelegt, für die übrigen gelten feste Abschalttermine.
- 2023: Am 15. April gehen Isar 2, Emsland und Neckarwestheim 2 als letzte Kernkraftwerke vom Netz.
Ursprünglich sollten diese drei Anlagen bereits Ende 2022 abgeschaltet werden. Wegen der Energiekrise liefen sie einige Monate länger.
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Was bleibt nach dem Ausstieg?
Mit dem Abschalten ist das Thema nicht erledigt. Der Rückbau der Anlagen dauert viele Jahre. Die hochradioaktiven Abfälle lagern zunächst in Zwischenlagern, die sich meist an den Kraftwerksstandorten befinden. Ein Standort für ein Endlager wird in einem gesetzlich geregelten Verfahren noch gesucht; wann es zur Verfügung steht, ist offen.
Was bedeutet der Atomausstieg für Sie?
In der Stromkennzeichnung, also im Energiemix Ihres Anbieters, kann trotzdem noch ein kleiner Anteil Kernenergie auftauchen. Das liegt daran, dass Strom im europäischen Verbund gehandelt wird und einige Nachbarländer weiterhin Kernkraftwerke betreiben. Die wegfallende Erzeugung gleichen vor allem der weitere Ausbau erneuerbarer Energien, steuerbare Kraftwerke und der Stromaustausch mit den Nachbarländern aus. Sie alle tragen zur Versorgungssicherheit bei. Parallel dazu läuft der Kohleausstieg.
Allgemeine Information, keine Rechts- oder Energieberatung im Einzelfall. Maßgeblich sind Ihr Vertrag, die Bedingungen Ihres Versorgers und die aktuelle Rechtslage.