Atomenergie, auch Kernenergie genannt, ist die Energie, die bei der Spaltung schwerer Atomkerne frei wird. In Kernkraftwerken wird damit Wasser erhitzt und über Dampfturbinen Strom erzeugt.
Wie funktioniert ein Kernkraftwerk?
Im Reaktor werden vor allem Kerne des Urans gespalten, wenn sie von Neutronen getroffen werden. Dabei entstehen Wärme und weitere Neutronen, die neue Spaltungen auslösen – eine Kettenreaktion. Steuerstäbe und Kühlmittel halten diese Reaktion unter Kontrolle. Die Wärme verdampft Wasser, der Dampf treibt eine Turbine an, und ein Generator erzeugt Strom. Technisch ist ein Kernkraftwerk damit ein Wärmekraftwerk wie ein Kohlekraftwerk, nur mit einer anderen Wärmequelle.
Eine Sonderform ist der Hochtemperaturreaktor, der mit Gas statt mit Wasser gekühlt wird und sehr hohe Temperaturen erreicht. In Deutschland lief ein solcher Reaktor in den 1980er-Jahren in Hamm-Uentrop und wurde nach wenigen Jahren stillgelegt. Nicht zu verwechseln ist die Kernspaltung mit der Kernfusion, bei der leichte Atomkerne verschmelzen; sie wird erforscht, liefert bislang aber keinen Strom für das Netz.
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Vor- und Nachteile
- Kernkraftwerke stoßen im Betrieb kaum Kohlendioxid aus und können große Strommengen gleichmäßig liefern.
- Es entstehen radioaktive Abfälle, die über sehr lange Zeiträume sicher gelagert werden müssen.
- Schwere Unfälle wie in Tschernobyl und Fukushima können weite Gebiete belasten.
- Bau, Rückbau und Entsorgung sind aufwendig und teuer.
Wie diese Punkte zu gewichten sind, wird politisch und gesellschaftlich unterschiedlich bewertet.
Atomenergie in Deutschland und weltweit
Mit dem Atomausstieg endete am 15. April 2023 die Stromerzeugung aus Kernenergie in Deutschland. In vielen anderen Ländern werden Kernkraftwerke weiter betrieben oder neu gebaut. Über Sicherheit und friedliche Nutzung wacht international die Internationale Atomenergie-Organisation. In der Stromkennzeichnung Ihres Anbieters finden Sie neben dem Energiemix auch Angaben zum radioaktiven Abfall je Kilowattstunde.
Allgemeine Information, keine Rechts- oder Energieberatung im Einzelfall. Maßgeblich sind Ihr Vertrag, die Bedingungen Ihres Versorgers und die aktuelle Rechtslage.