Ein Lastprofil beschreibt, wie sich der Strom- oder Gasbezug eines Kunden über den Tag und das Jahr verteilt. Für Haushalte und kleinere Betriebe verwenden Netzbetreiber dafür typische Musterverläufe, die Standardlastprofile (SLP).
Warum braucht man Lastprofile?
Im Stromnetz müssen Erzeugung und Verbrauch in jedem Moment ausgeglichen sein. Lieferanten müssen deshalb vorab planen, wann ihre Kunden wie viel Energie benötigen. Bei den meisten Haushalten wird der Zähler aber nur einmal im Jahr abgelesen. Wann genau der Strom geflossen ist, weiß niemand. Das Standardlastprofil schließt diese Lücke: Es verteilt den erwarteten Jahresverbrauch nach einem typischen Muster auf die einzelnen Viertelstunden des Jahres.
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Wer wird mit Standardlastprofil abgerechnet?
Stromkunden mit einem Jahresverbrauch bis 100.000 Kilowattstunden werden in der Regel nach Standardlastprofil beliefert und abgerechnet. Darüber kommt die registrierende Leistungsmessung (RLM) zum Einsatz. Sie misst den tatsächlichen Verbrauch jeder Viertelstunde. Für Gas gelten eigene Schwellenwerte.
Es gibt verschiedene Profile, etwa für Haushalte, Gewerbe und Landwirtschaft. Das bekannteste ist das Haushaltsprofil H0. Es bildet unter anderem ab, dass Haushalte abends und im Winter mehr Strom verbrauchen.
Synthetisch oder analytisch?
Beim synthetischen Verfahren nutzt der Netzbetreiber feste, vorab berechnete Profile. Beim analytischen Verfahren leitet er das Profil nachträglich aus der tatsächlich gemessenen Last seines Netzes ab. Für Ihre persönliche Abrechnung ändert sich dadurch nichts. Sie richtet sich weiter nach den abgelesenen Zählerständen.
Lastprofil und Smart Meter
Mit einem intelligenten Messsystem lässt sich Ihr echter Lastgang messen, also Ihr tatsächlicher Verbrauch in jeder Viertelstunde. Das ist zum Beispiel für einen dynamischen Stromtarif wichtig, bei dem der Preis je nach Uhrzeit schwankt. Dann zählt nicht mehr das Musterprofil, sondern Ihr eigenes Verhalten.
Allgemeine Information, keine Rechts- oder Energieberatung im Einzelfall. Maßgeblich sind Ihr Vertrag, die Bedingungen Ihres Versorgers und die aktuelle Rechtslage.