Die Netzfrequenz gibt an, wie oft der Wechselstrom im Netz pro Sekunde seine Richtung ändert. In Europa beträgt sie 50 Hertz. Sie ist zugleich der wichtigste Messwert dafür, ob Erzeugung und Verbrauch im Gleichgewicht sind.
Was bedeuten 50 Hertz?
Strom aus der Steckdose ist Wechselstrom. Die Spannung schwingt dabei ständig hin und her – 50 volle Schwingungen pro Sekunde. Die Generatoren der großen Kraftwerke drehen sich im Takt dieser Frequenz. Im europäischen Verbundnetz schwingen alle angeschlossenen Länder im Gleichtakt. In Nordamerika liegt die Netzfrequenz dagegen bei 60 Hertz.
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Warum muss die Frequenz stabil bleiben?
Die Frequenz zeigt das Gleichgewicht im Netz an:
- Wird mehr Strom verbraucht als erzeugt, sinkt die Frequenz leicht.
- Wird mehr Strom erzeugt als verbraucht, steigt sie.
Kraftwerke, Netze und viele Anlagen sind auf eine stabile Frequenz ausgelegt. Größere Abweichungen könnten dazu führen, dass sich Anlagen zum Schutz vom Netz trennen. Im schlimmsten Fall drohen großflächige Ausfälle. Im Alltag schwankt die Frequenz deshalb nur minimal um den Sollwert.
Wie wird sie stabil gehalten?
Für die Frequenz sind die Übertragungsnetzbetreiber verantwortlich. Weicht sie ab, setzen sie Regelenergie ein. Das sind Kraftwerke, Speicher oder große Verbraucher, die kurzfristig mehr oder weniger Leistung bereitstellen. Ein Teil reagiert automatisch innerhalb von Sekunden, weitere Reserven folgen innerhalb von Minuten. So wird das Gleichgewicht laufend wiederhergestellt.
Frequenz und Energiewende
Große Kraftwerke stabilisieren das Netz auch durch die schweren, rotierenden Massen ihrer Generatoren. Solaranlagen und viele Windräder speisen dagegen über Wechselrichter ein und haben diese Eigenschaft nicht von Natur aus. Deshalb müssen moderne Anlagen und Speicher zunehmend Aufgaben zur Stabilisierung übernehmen. Das ist ein wichtiger Baustein der Versorgungssicherheit.
Allgemeine Information, keine Rechts- oder Energieberatung im Einzelfall. Maßgeblich sind Ihr Vertrag, die Bedingungen Ihres Versorgers und die aktuelle Rechtslage.