Beim Wechselstrom ändert der Strom ständig seine Fließrichtung. Aus der Steckdose kommt in Deutschland Wechselstrom mit 230 Volt und einer Frequenz von 50 Hertz. Die Abkürzung AC steht für das englische „alternating current“.
50-mal pro Sekunde hin und her
Bei 50 Hertz durchläuft der Strom 50 vollständige Schwingungen pro Sekunde. In jeder davon fließt er einmal in die eine und einmal in die andere Richtung. Die Spannung folgt dabei einer gleichmäßigen Wellenform, der Sinuskurve.
Die Angabe 230 Volt ist ein Mittelwert, der sogenannte Effektivwert: Er entspricht der Wirkung einer gleich hohen Gleichspannung. Der Höchstwert jeder Schwingung liegt höher, bei rund 325 Volt. Damit alle Geräte zuverlässig arbeiten, muss die Netzfrequenz im ganzen Netz sehr stabil gehalten werden.
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Warum das Netz mit Wechselstrom arbeitet
Wechselspannung lässt sich mit Transformatoren einfach hoch- und heruntersetzen. So kann Strom mit hoher Spannung verlustarm über weite Strecken transportiert und vor Ort auf 230 Volt gebracht werden. Deshalb hat sich Wechselstrom in den öffentlichen Netzen durchgesetzt. Für sehr lange Strecken und Seekabel setzt man heute zusätzlich auf Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung.
Drehstrom und „Starkstrom“
Drehstrom besteht aus drei Wechselströmen, die zeitlich gegeneinander versetzt sind. Zwischen zwei der drei Außenleiter liegen 400 Volt an, zwischen einem Außenleiter und dem Neutralleiter 230 Volt. Hausanschlüsse in Deutschland sind in der Regel dreiphasig ausgeführt.
Geräte mit hoher Leistung nutzen Drehstrom: Elektroherd, Durchlauferhitzer, Wärmepumpe oder Wallbox. Umgangssprachlich heißt dieser Anschluss oft „Starkstrom“, technisch ist der Begriff weiter gefasst.
Wechselstrom im Haushalt
Heizgeräte wie Wasserkocher und viele Motoren arbeiten direkt mit Wechselstrom. Elektronik wie Fernseher, Laptop, Router oder LED-Lampe braucht dagegen Gleichstrom; ein eingebautes oder externes Netzteil wandelt ihn um. Eine Solaranlage erzeugt Gleichstrom – erst der Wechselrichter macht daraus Wechselstrom, den Sie im Haus nutzen oder ins Netz einspeisen können.
Allgemeine Information, keine Rechts- oder Energieberatung im Einzelfall. Maßgeblich sind Ihr Vertrag, die Bedingungen Ihres Versorgers und die aktuelle Rechtslage.