Netzausbau bedeutet, das Stromnetz durch neue Leitungen, Umspannwerke und verstärkte Kabel leistungsfähiger zu machen. Er ist eine zentrale Aufgabe der Energiewende, weil Erzeugung und Verbrauch räumlich immer weiter auseinanderliegen.
Warum braucht es neue Leitungen?
Viel Windstrom wird im Norden Deutschlands und auf See erzeugt. Große Verbrauchszentren mit viel Industrie liegen dagegen auch im Süden und Westen. Gleichzeitig gehen dort Kraftwerke vom Netz. Der Strom muss deshalb über weite Strecken transportiert werden. Die bestehenden Leitungen reichen dafür nicht überall aus. Wo es eng wird, müssen Netzbetreiber mit Redispatch eingreifen – und das verursacht Kosten.
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Stromautobahnen mit Gleichstrom
Für den Transport über große Entfernungen setzt man auf die Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ). Gleichstrom verliert auf langen Strecken weniger Energie als Wechselstrom. Ein bekanntes Beispiel ist SuedLink. Die Verbindung soll Windstrom aus dem Norden in den Süden bringen und wird größtenteils als Erdkabel verlegt. Konverterstationen an den Enden der Leitung wandeln den Strom von Wechsel- in Gleichstrom und wieder zurück. So gelangt er ins übrige Stromnetz.
Ausbau auch vor Ort
Nicht nur die großen Trassen wachsen. Auch die Verteilnetze in Städten und Dörfern müssen verstärkt werden. Wärmepumpen, Wallboxen und Solaranlagen erhöhen die Belastung der Ortsnetze. Dafür braucht es neue Kabel, leistungsfähigere Ortsnetzstationen und mehr Steuerungstechnik.
Wie wird geplant und bezahlt?
Die Übertragungsnetzbetreiber erstellen regelmäßig einen Netzentwicklungsplan. Die Bundesnetzagentur prüft ihn und bestätigt die notwendigen Vorhaben. Der Bedarf für wichtige Leitungen wird anschließend gesetzlich festgeschrieben. Die Kosten für den Ausbau fließen in die Netzentgelte und damit in den Strompreis aller Kunden.
Allgemeine Information, keine Rechts- oder Energieberatung im Einzelfall. Maßgeblich sind Ihr Vertrag, die Bedingungen Ihres Versorgers und die aktuelle Rechtslage.