Ein Wechsel des Stromanbieters ist einfacher, als viele denken, und oft der schnellste Weg zu niedrigeren Kosten. Der Strom fließt dabei ohne Unterbrechung weiter. Mit dieser Anleitung behalten Sie den Überblick und vermeiden typische Fallen.
Schritt 1: Unterlagen bereitlegen
Nehmen Sie Ihre letzte Jahresabrechnung zur Hand. Sie brauchen daraus:
- Ihren Jahresverbrauch in Kilowattstunden
- die Zählernummer
- Postleitzahl und Adresse der Lieferstelle
- den Namen Ihres bisherigen Anbieters und Ihre Kundennummer
Kündigungsfrist und Laufzeit Ihres bisherigen Vertrags finden Sie auf der Rechnung oder in den Vertragsunterlagen.
Vergleichen Sie Stromtarife an Ihrem Wohnort – kostenlos, unverbindlich und mit Wechselservice.
Schritt 2: Tarife vergleichen
Geben Sie Postleitzahl und Verbrauch im Stromvergleich ein. Achten Sie nicht nur auf den niedrigsten Preis im ersten Jahr, sondern auf diese Punkte:
- Preis ohne Bonus: Viele Angebote rechnen einen Neukundenbonus ein. Prüfen Sie, was der Tarif im zweiten Jahr kostet.
- Preisgarantie: Eine volle Preisgarantie gilt für nahezu alle Preisbestandteile. Eine eingeschränkte Garantie nimmt meist Steuern, Abgaben und Umlagen aus – steigen diese, darf der Preis steigen.
- Erstlaufzeit: Wie lange sind Sie mindestens gebunden?
- Kündigungsfrist: Kürzere Fristen geben Ihnen mehr Spielraum.
- Abschlag: Ein sehr niedriger Abschlag sieht gut aus, kann aber zu einer hohen Nachzahlung führen.
Schritt 3: Antrag stellen
Den Vertrag schließen Sie direkt beim neuen Anbieter ab, online oder schriftlich. In der Regel übernimmt er auch die Kündigung beim bisherigen Anbieter für Sie. Heben Sie die Bestätigungen beider Anbieter auf und notieren Sie, ab wann die neue Belieferung beginnt. Schließen Sie den Vertrag online oder am Telefon ab, haben Sie in der Regel ein Widerrufsrecht von 14 Tagen.
Keine Angst vor einer Versorgungslücke
Während des Wechsels fließt der Strom ohne Unterbrechung weiter. Meist muss dafür niemand in Ihre Wohnung kommen, und der Zähler bleibt derselbe. Fällt ein Anbieter aus oder stellt er die Belieferung ein, springt automatisch der örtliche Grundversorger ein. Diese Ersatzversorgung sorgt dafür, dass Sie weiter Strom bekommen. Kümmern Sie sich dann aber zügig um einen neuen Tarif.
Kündigungsfristen und Sonderkündigung
- Grundversorgung: Sie können mit einer Frist von zwei Wochen kündigen.
- Preiserhöhung: Erhöht Ihr Anbieter den Preis, haben Sie ein Sonderkündigungsrecht zum Zeitpunkt der Änderung.
- Nach der Erstlaufzeit: Neuere Verträge verlängern sich danach meist nur noch auf unbestimmte Zeit und sind dann mit höchstens einem Monat Frist kündbar.
Wie Sie Ihre Rechnung lesen und Fehler erkennen, erklärt der Artikel Stromrechnung verstehen.
Diese Fallen sollten Sie meiden
- Vorkasse: Tarife, bei denen Sie für viele Monate im Voraus zahlen, sind riskant. Geht der Anbieter pleite, kann das Geld verloren sein.
- Paketpreise: Sie zahlen für eine feste Strommenge. Verbrauchen Sie mehr, wird es oft teuer. Verbrauchen Sie weniger, gibt es meist kein Geld zurück.
- Zählerstand vergessen: Lesen Sie am Wechseltag den Zähler ab, fotografieren Sie ihn und geben Sie den Stand an beide Anbieter weiter. So vermeiden Sie Streit bei der Schlussrechnung.
Probleme beim Wechsel, etwa eine verspätete Schlussrechnung oder ein nicht ausgezahltes Guthaben? Kontaktdaten und Musterbriefe finden Sie auf den Anbieterseiten, Erfahrungen anderer Kunden im Forum im Bereich Energie.
Allgemeine Information, keine Rechts- oder Energieberatung im Einzelfall. Maßgeblich sind Ihr Vertrag, die Bedingungen Ihres Versorgers und die aktuelle Rechtslage.